Versicherer wollen wie Amazon werden


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Wenn es nach Jobst Landgrebe ginge, müssten die Versicherer noch viel schneller sein. Der Gründer und Inhaber von Cognotekt setzt auf Künstliche Intelligenz als Effizienzbringer. Jahrelang arbeitete der Unternehmer in der Versicherungswirtschaft und erkannte, dass viele Schadenfälle so ähnlich sind, dass sie sich gut automatisieren lassen.

Für einen Dienstleister in der Autoversicherung hat er einen Automaten gebaut, der Kostenvoranschlägen oder Rechnungen von Werkstätten ansieht, ob sie beanstandenswert sind. Dafür hat er eine sechsstellige Zahl alter Belege dokumentiert. Der Automat kategorisiert neue Belege dann. Ähnelt er keinem Muster oder einem Muster, das in der Vergangenheit fragwürdig war, wird der Beleg zur manuellen Prüfung geschickt. Für einen Gesundheitsdienstleister hat Cognotekt einen Automaten gebaut, der an Zahnarztrechnungen erkennt, ob die Sprache mit den abgerechneten Leistungen übereinstimmt.

Landgrebe ist gut im Geschäft, hat seinen Umsatz innerhalb von zwei Jahren verzehnfacht. Doch die Versicherungswirtschaft zieht noch nicht richtig. Offenbar befürchtet sie, dass viele Stellen überflüssig werden könnten, wenn sich die Künstliche Intelligenz durchsetzt. „Manager von Versicherern ähneln sich von der Denkweise. Sie sind konservativ und veränderungsavers“, sagt Landgrebe. Zu wenig nutzten Unternehmen die Chancen, die Schadenabwicklung effizienter zu gestalten. „Durch den Einsatz eines einfachen Automaten kann leicht die Hälfte aller Prüfungen wegfallen“, sagt er.

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By FAZ vom 17.08.2016 Seite 23 |

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